VerlagsautorIn werden oder selbst verlegen?

Wieso es eine gute Idee sein könnte, dein Buch selbst zu veröffentlichen.

Lieber Autor, liebe Autorin,

hast du ein Buch geschrieben oder planst eines zu schreiben?
Überlegst du, dem Traumzeit-Verlag dein Skript zum Veröffentlichen anzubieten?
Danke zuerst einmal für dein Interesse und dein Vertrauen.

Wenn man sein Skript anbietet, dann ist damit oftmals ganz schön viel Hoffnung verbunden. Du lässt ja auch irgendwie „die Hosen runter“, ist doch so ein kreatives Projekt oft ein kleiner oder großer Traum, den du da träumst.

Vom Selbstverleger zum Trendsetter

Nachdem ich vor über 25 Jahren mein ersten Gedichtband einer Reihe von Verlagen angeboten habe und das Skript abgelehnt wurde, war sowohl meine Geduld als auch meine Leidensfähigkeit schnell überschritten. Ich verlegte das Werk kurzerhand selbst und verkaufte einige tausend Exemplare.

Bei meinem zweiten Werk, einem Lehr- und Sachbuch rund um das australische Didgeridoo bin ich gar nicht mehr auf die Idee gekommen, noch nach einem Verlag zu suchen. Ich dachte nur „Och, da kann ich bestimmt 1000 Exemplare von verkaufen, warum soll ich das Geld einem Verlag schenken, der mir dann noch erzählt, was ins Buch rein darf und was besser nicht?“

Der „Rest“ wurde dann Klanggeschichte. Mein eigens gegründeter Traumzeit-Verlag avancierte binnen zwei Jahren zu dem Didgeridoo-Fachverlag. Bald darauf wurde er der erste Verlag der neuen Klangkultur und brachte eine eigene Academy hervor. Etablierte Verlage und Autoren passten ihre Werke nach Vorbild und Inhalten der Traumzeit-Veröffentlichungen an. Andere AutorInnen und Kreative veröffentlichten tolle Projekte bei Traumzeit.

Warum ich (nur noch sehr wenige) Bücher anderer drucke

Inzwischen bin ich selbst so produktiv geworden, dass ich so gut wie keine Projekte mehr mit anderen Kreativen realisiere, von seltenen Ausnahmen einmal abgesehen. Es ist dann doch einige Arbeit für mich als Verleger, ein Skript bis zur Buchreife zu begleiten. Zeit, in der ich im Grunde ein Buch selbst schreiben kann und ganz ehrlich: Viele Skripte enthalten wirklich gute Ideen, sind aber dann doch so oberflächlich und oftmals eben auch ohne Liebe (zur Sprache, zur Leserin, zum Leben) geschrieben, dass ich oft traurig bin, weil ich Lese- also Lebenszeit in so eine gute Idee mit so schlechter Ausführung investiert habe.

Zudem darf man einem hoffnungsvollen Autor, einer mutigen Autorin natürlich auch nicht sagen, wenn man eine Idee nicht gut findet oder schrottig umgesetzt. Denn, dass weiß ich ja von mir selbst, nimmt man Persönlich und ist wahlweise geknickt 🥺 oder stinksauer 😡. Oder beides zusammen. Dabei ist es ja nur die Meinung und Einschätzung eines Profis. Der natürlich daneben liegen kann.

Wie viele Verlage haben das „Harry Potter“-Skript von Rowling abgelehnt? Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Buchkalkulation oder was von einem Buch übrig bleibt

Wenn du magst, schau dir meine Buchkalkulation einmal an. Unter dem Video erzähle ich dir dann, warum ich es heutzutage für eine gute Idee halte, dein Skript selbst herauszubringen.

Warum selbst Verlegen eine Alternative ist

Noch nie war es so einfach, dein Skript selbst zu veröffentlichen!

Das Buchgeschäft und die Buchproduktion hat sich durch die Digitalisierung enorm verändert. Du kannst dein Buch aus einem Word-Dokument heraus als eBook exportieren und bei diversen Onlineanbietern zum Kauf anbieten. Das ist wirklich keine große Kunst mehr. Die Kosten sind extrem niedrig und mit ein paar Tagen, in denen man sich hineinfuchst, ist dein Buch weltweit verfügbar.

Das Book on Demand-Verfahren erlaubt es sogar, dass KäuferInnen dein Buch als Printbuch, also ausgedruckt auf Papier erhalten können. Dazu musst du ebenfalls nicht sonderlich viel Geld investieren. Auch Ausdrucke als Hardcover sind über manche Anbieter möglich.

Erfolg auch ohne Verlag

Die jüngere Geschichte der Buchwelt hat einige TopautorInnen vorzuweisen, die ihre Werke zuerst selbst produzierten. Damit waren sie so erfolgreich, dass sie die Rechte an große Verlage verkaufen konnten. Auf dem Weg hat zum Beispiel Wolfgang Bossinger zu Traumzeit gefunden. Sein bahnbrechendes Werk hat er zuerst selbst als Book on Demand verlegt. Ich konnte es lesen und habe ihn angerufen und so lange Honig ins Ohr geträufelt, bis er mir die Rechte für eine – zugegeben: viel schönere – Neuauflage bei Traumzeit gab.

Es gibt tatsächlich auch AutorInnen, die bei großen Verlagen waren, aber jetzt lieber selbst verlegen!

Spannend ist dabei zudem: Während ein Verlag dir zwischen 3 und 10 Prozent vom Nettoladenpreis an Honorar zahlt, kannst du bei einer Selbstvermarktung auch schonmal auf 20 oder 30 Prozent kommen. Die hohen Kosten, die ich wie im Video beschrieben für eine hochwertigere Printauflage habe, die fallen ebenfalls flach. Gut, die von Verlagen produzierten Bücher sehen meistens noch weit besser aus als die von AutorInnen selbst verantworteten, aber auch hier bringen Digitalisierung und Kreativität Überraschungen hervor.

Inzwischen gibt es zahlreiche AutorInnen, die in höhere fünfstellige Umsatzzahlen hinein verkaufen. Oftmals völlig unbemerkt vom „Mainstream“. Natürlich, du hast dann ganz schön viel Zeit in Korrekturen, Lektorate, Covererstellung, Vertrieb, Markting und Werbung zu investieren. Dafür behältst du die volle Kontrolle.

Das kann dazu führen, dass du ein echt nicht gutes Skript veröffentlichst oder aber einen möglichen neuen Superseller. Ich wünsche dir natürlich Letzteres, denn ich liebe gute Bücher. Und was die Welt echt nicht braucht, sind Autoren aus Langeweile oder Abschreiber, die die Ideen anderer zusammen klauen.

In diesem Sinne möchte ich als Traumtänzer dir eine Inspiration sein: Eben war ich noch glücklicher Autor, kurz darauf völlig genervter und überlasteter Verleger 😂. Inzwischen bin ich wieder voll der glückliche Autor 😉

Wenn du nicht so richtig weißt, was du willst oder wie du deine Träume systematisch umsetzen, also Wirklichkeit werden lässt, dann empfehle ich dir mein neues Buch Zum Nachmittagstee bei Albert E. oder wie du deine 1000 Träume lebst. Zum Buch gibt es auch eine sinnliche Ausbildung, die dich weiterbringt …