Wie das Didgeridoo nach Europa kam

Und David Lindner mit dem Traumzeit-Verlag den Blick auf das Instrument mit prägte

In dieser Geschichte erfährst du wie das Didgeridoo nach Europa kam, David Lindner sich in das Instrument verliebte und schließlich den Blick auf das Instrument veränderte.

Wer hat das Didgeridoo nach Europa gebracht?

Einige Künstler, Kiffer bald Weltmusik- und dann Esoterikhändler. Wer genau es war, ist schwer zu ermitteln, da sich gerne allerlei kreatives Volk mit diesen Federn zu schmücken weiß und manch einer sogar behauptet(e), er habe den Auftrag von indigenen ältesten erhalten, dass Didgeridoo in den Westen zu bringen. Das darf man ernsthaft bezweifeln.

Mir begegnete das Didgeridoo das erste Mal in einer Kirche in Hannover. Ja, beides klingt unwahrscheinlich, zumal es gerade so um 1991 oder 1992 gewesen sein dürfte. Da spielte eine Formation Namens Pangaea ein für mich völlig neuartiges Klangkonzert mit so röhrenden Rohren – eine Freundin hatte mich dorthin mitgenommen. Ich war beeindruckt. Damals war ich mir nicht bewusst, dass einer der Musiker Ansgar-Manuell Stein war, der später viele Traumzeit-Projekte layouten und schließlich zwei eigene Didgeridoo-CDs bei Traumzeit veröffentlichen würde.

Diese Gefühle! Diese inneren Bilder!

Der zündende Funke für mich war eine Begegnung mit dem Didgeridoo auf einer Esoterikmesse, auf der ich selbst als bildender Künstler meine Malereien ausstellte. Dort gab es einen Instrumentenstand mit Didgeridoos, Gongs, Klangschalen. Der Inhaber spielte an einem Tag eine Klangreise in einem separaten Raum der Messe. Da war es um mich geschehen: Die intensiven Körperwahrnehmungen und die überwältigenden Bilder, die diese Klänge hervorbrachten, verzauberten mich komplett. Ich wollte sie alle lernen und spielen.

Vom Klangperformer zum Klangforscher

Viel Lehrmaterial gab es nicht, damals war ein Buch von Dirk Schellberg der erste Standard, den Rest brachte ich mir rasch selbst bei. Da ich zu der Zeit als bildender Künstler viele Ausstellungen gab, entschied ich mich nach wenigen Wochen des Übens dazu, diese Instrumente auf der Vernissage innerhalb einer Klangperformance vorzustellen.

Die Resonanzen der ganz normalen Menschen auf diese Klänge und besonders auch das Didgeridoo überraschten mich. Ganz offensichtlich hatte nicht nur ich diese intensiven Körper- und Geisterfahrungen, sondern auch Banker, Angestellte, Lehrer, Unternehmer und andere Nicht-Esoterikverdächtige.

Ich begann die Feedbacks der Menschen auf meine Klangperformances statistisch zu erfassen und erkannte Muster. So begann eine der vermutlich umfassendsten qualitativen Klangforschungen überhaupt: Die Klangprotokolle, wie ich meine Aufzeichnungen viele Jahre später nannte. Sie halfen mir, schließlich eigene Formen der KlangTherapie zu entwickeln.

 

Das Didgeridoo wird berühmt

Inzwischen begannen immer mehr Menschen, zumeist Männer, das Didgeridoo enthusiastisch zu spielen. Workshops wurden angeboten, Konzerte und CDs gespielt, indigene Australier besuchten Europa, um hier mit ihrem Können zu imponieren und gleichzeitig mit ihrer eigenartig verklausulierten Informationspolitik zum Didgeridoo einige tiefgehende Verwirrung zu schaffen.

 

1997-1999 Traumzeit – Das Geheimnis des Didgeridoo

Ungefähr 1997 lernte ich den Didgeridoolehrer Udo Elfert kennen. Er erlebte mich beim Spielen und schätze meine Art mit Sprache umzugehen und schlug mir vor, wir könnten doch ein richtig gutes Lehrbuch zum Didgeridoo schreiben. Ich willigte sofort ein. Nachdem wir einige Monate an der Buchstruktur gefeilt hatten, sprang Udo ab. Es war absehbar, dass so ein Buch echt viel Arbeit macht und Udo war als Lehrer und Händler megamäßig am durchstarten. Er erlaubte mir, das Projekt alleine durchzuführen.

Sofort entschied ich mich, aufgrund der ausgesprochen schlechten Erfahrungen mit den „Hardlinern“ eines seelenlosen Didgeridooospiels, ein „anderes“ Lehr-Buch zu machen. Es sollte eine riesige Fülle an Spielanleitungen enthalten, zusätzlich aber auch die therapeutischen und psychohygienischen Wirkungen des Spiels nicht außer Acht lassen Außerdem wollte ich den Ursprung diesen neuen kulturellen Hypes würdigen und schrieb ein innovatives und engagiertes Kapitel über die Geschichte der Ureinwohner Australiens. Denn ich spürte ganz klar: Der Gedanke der Trennung und des Besser-Seins, an dem so viele Didgeprofis litten, hatte dieselbe Grundlage, die auch für die fast vollständigen Ausrottung der Ureinwohner und ihrer Kultur verantwortlich war.

Das Buch war in mancherlei Hinsicht visionär. Ich ahnte in den ersten Auflagen Entwicklungen in der Musikkultur, der Medizin und Therapie sowie der Archäologie und Anthropologie voraus. Dafür erntete ich Spott und Kritik, doch die Geschichte bestätigte mich. 

Das Buch traf voll ins Herz der Mehrheit der digeridoointeressierten Menschen und wurde ein gigantischer Verkaufserfolg. So begründete dieses Buch den ersten Didgeridooverlag der Welt, der dann zum Verlag der Neuen Klangkultur wurde Schließlich ging aus dem Verlag eine der am weitesten entwickelten Klangtherapie-Ausbildungen der Welt hervor.

 

Die Evolution des Didgeridoo

Wie so viele, so fand auch ich mich bald mit anderen Didgern und Musikern zusammen und wir gründeten eine Formation, spielten kleinere und echt große Konzerte. Die Didgeridoobewegung wurde immer vitaler, erste kleine Festivals entstanden, das Instrumentspiel wurde fortentwickelt. Eine spannende Zeit für uns Didgeridoopioniere begann mit der Olympiade 2000 in Australien. Plötzlich erlebte das Instrument eine enorme mediale Aufmerksamkeit. Workshops war ruckzuck ausgebucht und Didgeridooläden schossen wir Pilze aus dem Boden. Neue Spielstile wurden entwickelt, ein Interesse an traditionellem Didgeridoospiel gewann an Zulauf und brachte auch indigene Lehrer nach Europa.

 

Oben das Cover der 2. Auflage, unten seit der 5. Auflage

Das Standardwerk zum Didgeridoo

  • Das umfassendste Lehr- und Infobuch seit bald 20 Jahren, weil ich:
  • in sieben Auflagen vier Mal inhaltlich aktualisiert und erweitert habe.
  • Das einzige Buch, dass Lehrbuch, Musik, Fun, Entspannung und Spirit vereint.
  • Umfassendes Kapitel über Didgeridoo und Gesundheit.
  • Erstmalig: Hinweis auf heilsame Effekte bei Schnarchen und Apnoe durch PEEP.
  • Bezieht politisch Stellung für die Ureinwohner Australiens.
  • Inklusive Audio-CD mit Lehrteil und Didge-Musik.

Der Beginn des Traumzeit-Verlages: Traumzeit – Das Geheimnis des Didgeridoo.

Das erste Didgeridoo-Fachbuch

und das erste Buch, in dem sich ein Hüter des Didgeridoo, der indigene Australier Djalu Gurruwiwi zum Yedaki in einem Buch äußert.

 

26 Autoren aus sechs Ländern schreiben zum Thema Didgeridoo.

Übersetzt ins Englische.

Nommiert für den Bessaraboff-Preis als bestes ausländisches Buch über ein Instrument.

Das prophetische Buch

David Lindner ahnte schon 2002 voraus, dass im Westen bald mehr Didgeridoos aus heimischen Hölzern und aus Asien verkauft werden als aus Australien.

In diesem Buch porträtiert er 10 heimische Didgeridoobauer mit ihren Instrumenten. Auf der zugehörigen CD sind die „Neuen Didgeridoos“ auch klanglich repräsentiert.

  • Das erste Hardcover-Buch zum Thema Didgeridoo weltweit.
  • Das erste Buch in Farbe über das Didgeridoo. Weltweit.
  • Mit der ersten CD, auf der zehn Didgeridoos aus europäischer Fertigung zu hören sind.
  • Farbiges Vorsatzpapier.
  • Limitierte Auflage

Sammlerstück

Das in limitierter Auflage von 2500 Exemplaren (500 sind durch einen Lagerschaden beschädigt worden) erschiene Buch ist als Sammlerstück und Zeitdokument von wert. Für Didgeridoo-Fans, die das Didge bauen lernen möchten, ist jedoch „Das Didgeridoo-Phänomen“ zu empfehlen. Letzteres enthält ausführliche Bauanleitungen.

Didgemusik der beginnenden Didgeridoo-Evolution

Didgeridoopionier-Projekt „The Ancient Voice“

Das australische Didgeridoo mit anderen ethnischen und klassischen Instrumenten des Westens im experimentellen Miteinander.
Bei Art of Didge: Das erste Mal weltweit, dass sich drei Didgeprofis, alle mit eigenen CDs am Markt, für gemeinsame Kompositionen trafen (keine Compilation! Gemeinsame Stücke).

Didgeridoopionier-Projekt „The Ancient Voice“ und „Organic Sound Orchestra“
  • 1997: Secret World
  • 1998: Traumzeit – Das Geheimnnis des Didgeridoo (CD zum Buch)
  • 1999: Living Dreams (2. Auflage: Weltenklänge)
  • 2001: Art of Didge (2017: 3. Auflage mit neuem Cover)
  • 2003: Cermony (Best of + drei neuer Songs)
  • 2002: Weltpremiere: Glasdigeridoos und Glasklangschalen vereint.
Weitere Didgeridoopionier-Projekte

Das unglaublich intensive und edel gestaltete Album „Beyond the Invisible“ mit Glasdidgeridoos und Glasklangsschalen.
Von Ansgar-M. Stein: Ein in silber- und blauer Druckfarbe gestaltetes grafisches Buch zum Thema Regen. Eingespielt mit Joss Turnbull. Weniger Jahre später folgte das Album „Sun“. Konzeptionelle Didgeridoo-Klangreisen wie es sie bis dahin noch nicht gegeben hatte.

Lehr-DVD.

Die erste umfassende Lehranleitung. Zuerst auf VHS erschienen und dann auf DVD übernommen (Bildqualität ist nicht mehr Up-To-Date, doch inhaltlich immer noch prima und vor allem auch: humorvoll und entspanntes Lehren und Lernen). 90 Minuten Didgeridoo lernen für Anfänger und Fortgeschrittene. Auf DVD.

Weltpremiere. Schon wieder.

Eine CD-Rom mit Didgeridoo-Samples gab es zwar schon. Doch die war nicht mit australischen Profiinstrumenten und gut hörbar nicht von einem professionellen Spieler eingespielt worden. „Didgeridoo 88“ änderte das. 1600 lizenzfreie Sounds von Profis und Spitzendidges.

Netzwerk für Didgeridoo-Fans

Unsere noch recht neue Serviceseite, bei der sich jede(r) melden kann, der was zum Thema Didgeridoo anbietet und sich mit uns vernetzen möchte.

Didgeridoohandel: Australische Originale

Viele Jahre habe ich direkt aus Australien Didgeridoos importiert und gerade auch besonders qualitätsvolle Didges an Einsteiger und Profis weiterverkauft.

Da ich inzwischen mit meine Ausbildungen an der Akademie für Heilsame Klangkunst voll ausgelastet bin, gebe ich meine letzten ca. 30-40 Didgeridoos, größtenteils Sammler- und Profiinstrumente, nun an Liebhaber, Profis und ambitionierte Einsteiger ab.